Jasvel

Wie werden Jassregeln geprüft?

Schweizer Quellen, konkrete Spielsituationen und eine gemeinsame Wertetabelle zeigen, welche Jassregel gilt und wo regionale Varianten beginnen.

· Merey Tleugazin

Wie entsteht eine verlässliche Jass-Referenz?

Eine verlässliche Jass-Referenz vergleicht Schweizer Quellen, beschreibt konkrete Spielsituationen und prüft jede Aussage gegen eine gemeinsame Wertetabelle. Eine Regel soll nicht nur einen Entscheid nennen. Sie soll auch zeigen, unter welchen Voraussetzungen dieser Entscheid gilt.

Die Referenz unterscheidet zwischen einer belegten Regel, einer regionalen Variante und einer persönlichen Hausregel. Jassen wird in der Deutschschweiz, in Vorarlberg und in Liechtenstein nicht an jedem Tisch genau gleich gespielt. Eine vertraute Tischgewohnheit darf deshalb nicht stillschweigend als allgemeingültige Regel erscheinen.

Jasvel ist der Autor dieser Referenz; herausgegeben wird sie von Vast Flow, LLP. Die fachliche Prüfung orientiert sich an benannten Quellen und an beschriebenen Spielsituationen. Eine Aussage bleibt dadurch nachvollziehbar, auch wenn eine Leserin oder ein Leser am eigenen Tisch eine andere Praxis kennt.

Ein Beispiel liefert die Stöck-Regel. Die kurze Aussage «Stöck zählt 20 Punkte» reicht nicht aus. Vollständig wird sie erst mit den Bedingungen: König und Ober der Trumpffarbe liegen in einer Hand, die Ansage erfolgt beim Ausspielen der zweiten der beiden Karten, und die Karte darf vorher noch nicht vom nächsten Spieler gedeckt worden sein. Bei Obenabe und Undenufe existiert Stöck nicht.

Die Spielart gehört bei solchen Regeln direkt zur Aussage. Der Kartensatz und seine Werte liefern die Grundlage für die Wertung. Die Regelseite ergänzt, wann ein Wert gilt, wann er verloren geht und ob eine regionale Variante die Regel verändert.

Eine Seite ist deshalb wie ein gutes Nachschlagewerk aufgebaut. Die Antwort steht nahe bei ihren Voraussetzungen. Ein Beispiel macht den Entscheid prüfbar. Eine regionale Einschränkung wird dort genannt, wo sie für die konkrete Frage eine Rolle spielt.

Die Arbeit endet nicht mit der ersten Formulierung. Neue Hinweise werden darauf geprüft, ob sie eine Quelle, eine regionale Variante oder eine tatsächliche Korrektur betreffen. Eine Rückmeldung ersetzt eine Regel also nicht automatisch. Sie kann aber zeigen, dass eine Bedingung fehlt, eine Variante genauer bezeichnet werden muss oder ein Beispiel die Aussage besser erklärt.

Diese Arbeitsweise hilft bei Streitfragen am Tisch. Wer eine Regel nachschlägt, erhält nicht nur ein Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin. Wer eine andere Praxis kennt, kann sie mit der genannten Spielart, Quelle und Voraussetzung vergleichen.

100 50 20 X 1000 V 500 −14 der Rest Wir Sie
Eine Jasstafel zählt in Reihen, nicht in Spalten: oben die Hunderter, in der Mitte die Fünfziger, unten die Zwanziger, jeweils von links nach rechts. Der fünfte Strich wird quer über die vier davor gezogen — beim Fünfziger sind es zwei Querstriche. Was sich mit Strichen nicht ausdrücken lässt, steht rechts unten als Zahl und darf negativ sein. Frei verwendbar mit einem Link auf diese Seite.

Wie werden Jassregeln mit Referenzfällen geprüft?

Jassregeln werden mit 281 festgelegten Referenzfällen geprüft. Jeder Fall beschreibt eine konkrete Spielsituation und enthält ein erwartetes Ergebnis. So lässt sich kontrollieren, ob dieselbe Auslegung in verschiedenen Abläufen gleich behandelt wird.

Die 281 Fälle betreffen unter anderem Reihenfolge, Stich, Weis, Stöck und das Überschreiten eines Ziels. Ein Fall kann bestätigen, dass eine Wertung stimmt. Ein anderer kann zeigen, dass eine Formulierung eine Bedingung unterschlägt. Der Prüfbestand bleibt erhalten, damit spätere Änderungen gegen dieselben Situationen kontrolliert werden können.

Ein Wertungsfall kann mehrere Bestandteile getrennt festhalten. Eine Runde enthält 152 Kartenpunkte. Der letzte Stich bringt zusätzlich 5 Punkte, also ergeben die Kartenwertung und der letzte Stich zusammen 157 Punkte. Wer alle 9 Stiche einer Runde macht, erhält zusätzlich 100 Punkte; zusammen ergeben sich 257 Punkte.

Diese Angaben werden nicht zu einer pauschalen Zahl vermischt. Der Referenzfall prüft zuerst, welche Kartenpunkte entstehen. Danach wird der letzte Stich berücksichtigt. Erst dann kommt der Zuschlag für alle 9 Stiche dazu, sofern ein Team tatsächlich jeden Stich gemacht hat.

Ein weiterer Fall prüft Stöck. König und Ober der Trumpffarbe müssen in einer Hand liegen. Der Stöck zählt 20 Punkte und wird dem betreffenden Team gutgeschrieben, unabhängig vom Vergleich des Weis. Bei Obenabe und Undenufe wird kein Stöck geprüft, weil diese Spielarten keinen Stöck kennen.

Auch der Zeitpunkt der Ansage kann einen eigenen Fall bilden. Die Ansage erfolgt beim Ausspielen der zweiten der beiden Karten, nicht beim Ausspielen der ersten. Hat der nächste Spieler diese Karte bereits gedeckt, bevor die Ansage erfolgt, gehen die 20 Punkte verloren. Ein Partner darf nicht an die Ansage erinnern.

Die App und die Website verwenden dieselbe Tabelle von Werten. Dadurch soll ein Wert in der Referenz nicht anders behandelt werden als in der Anwendung. Die Tabelle bildet keine zweite Regelwelt. Sie stellt die gemeinsame Grundlage für Darstellung, Berechnung und Prüfbeispiele bereit.

Die technische Kontrolle ersetzt die Quellen nicht. Quellen zeigen, worauf sich eine Auslegung stützt. Referenzfälle zeigen, ob diese Auslegung in beschriebenen Situationen konsistent funktioniert. Das Glossar hält die Fachbegriffe zusammen, damit Fälle zu Stich, Weis, Ansage und Stöck eindeutig gelesen werden können.

Welche Jasspunkte und Wertungen gelten?

Die Grundwertung verwendet einen Kartensatz mit 36 Karten, 4 Spielenden mit je 9 Karten und 9 Stichen pro Runde. Der Kartensatz enthält 152 Kartenpunkte. Der letzte Stich zählt zusätzlich 5 Punkte, sodass eine Runde insgesamt 157 Punkte ergibt.

Wer alle 9 Stiche einer Runde macht, erhält zusätzlich 100 Punkte. Zusammen mit den 157 Punkten der Runde ergibt das 257 Punkte. Die Rechnung bleibt übersichtlich, wenn die Bestandteile getrennt betrachtet werden: 152 Kartenpunkte, 5 Punkte für den letzten Stich und 100 Punkte für alle 9 Stiche.

Ein Team muss also nicht bloss eine hohe Kartenwertung erreichen, um den Zuschlag für alle Stiche zu erhalten. Der Zuschlag hängt davon ab, dass dieses Team alle 9 Stiche macht. Der letzte Stich zählt dagegen unabhängig davon zusätzlich 5 Punkte, sobald die Runde ausgewertet wird.

Stöck bedeutet König und Ober der Trumpffarbe in einer Hand. Der Wert beträgt 20 Punkte. Die 20 Punkte werden dem betreffenden Team gutgeschrieben, unabhängig vom Vergleich des Weis. Bei Obenabe und Undenufe existiert Stöck nicht.

Der Zeitpunkt der Ansage entscheidet über die 20 Punkte. Stöck wird beim Ausspielen der zweiten der beiden Karten angesagt, nicht beim Ausspielen der ersten. Wird die zweite Karte bereits vom nächsten Spieler gedeckt, bevor die Ansage erfolgt, gehen die 20 Punkte verloren. Partner dürfen einander nicht daran erinnern.

Als Zielwerte für Partien gelten 1000, 1500, 2500 und 3000. Die App bietet 1000 und 2500 an. Welche Zielmarke eine Runde betrifft, muss deshalb aus der gewählten Partie hervorgehen und darf nicht durch eine allgemeine Formulierung ersetzt werden.

Wenn eine Runde ein Team über das Ziel bringt, zählt die Wertung in einer festen Reihenfolge: zuerst Weis, danach Stöck, danach Stiche. Ein Team, das in einem früheren Block über das Ziel kommt, gewinnt. Die Reihenfolge kann den Entscheid verändern, wenn beide Teams im selben Block nahe am Ziel liegen.

Ein Beispiel zeigt den Unterschied zwischen Summe und Reihenfolge. Ein Team überschreitet das Ziel in einem Block, in dem Weis, Stöck und Stiche zusammenfallen. Für den Entscheid wird zuerst der Weis berücksichtigt, danach der Stöck und erst danach die Stichwertung. Die Schieber-Regeln ordnen diese Werte in den passenden Spielzusammenhang ein.

152 Kartenpunkte + 5 letzter Stich = 157 eine ganze Runde + 100 = 257 mit Match Dasselbe Total in jeder Trumpfart — bei Trumpf, Obenabe und Undenufe gleich.
In jeder Runde stecken genau 152 Kartenpunkte. Der letzte Stich gibt 5 dazu, eine vollständige Runde ergibt also 157; wer alle neun Stiche nimmt, schreibt 100 mehr und damit 257. Ergeben beide Spalten zusammen nicht 157, wurde falsch gezählt. Frei verwendbar mit einem Link auf diese Seite.

Welche regionalen Jassvarianten werden berücksichtigt?

Die Referenz berücksichtigt regionale Jassvarianten, indem sie Spielart, Voraussetzung und abweichende Regel getrennt nennt. Die Deutschschweiz, Vorarlberg und Liechtenstein haben nicht an jedem Tisch dieselben Gepflogenheiten. Eine Nachschlageseite muss deshalb offenlegen, welche Variante sie beschreibt.

Die Formulierung «je nach Region» genügt allein nicht. Eine gute Erklärung nennt möglichst, ob die Abweichung den Schieber, Obenabe, Undenufe oder eine andere regionale Praxis betrifft. So kann eine Leserin oder ein Leser die eigene Tischregel mit der beschriebenen Variante vergleichen.

Stöck zeigt, weshalb die Spielart direkt zur Regel gehört. König und Ober der Trumpffarbe in einer Hand zählen als Stöck mit 20 Punkten. Bei Obenabe und Undenufe gibt es keinen Stöck. Wer nur den Wert nennt, lässt eine entscheidende Einschränkung weg.

Auch die Ansage muss vollständig beschrieben werden. Die zweite der beiden Karten wird ausgespielt, und genau bei diesem Ausspielen muss Stöck angesagt werden. Wurde die Karte bereits vom nächsten Spieler gedeckt, bevor die Ansage erfolgt, gehen die 20 Punkte verloren. Partner dürfen einander nicht an die Ansage erinnern.

Eine regionale Abweichung kann eine andere Spielart betreffen oder eine andere Wertung beschreiben. Die Referenz nennt die Quelle und grenzt die Aussage ein, statt eine Tischpraxis auf alle Jasserinnen und Jasser zu übertragen. Eine Hausregel kann am eigenen Tisch gelten, ohne als regionale Regel zu gelten.

Bei der Wertung des Zielüberschreitens bleibt die beschriebene Reihenfolge konkret: Weis wird zuerst gezählt, Stöck danach und Stiche zuletzt. Ein Team, das in einem früheren Block über das Ziel kommt, gewinnt. Wer eine andere Praxis kennt, sollte prüfen, ob die Quelle eine andere Variante des Spiels oder eine andere Wertungsregel beschreibt.

Die Benennung der Varianten dient nicht der Bürokratie. Sie verhindert, dass zwei Personen dieselbe Bezeichnung verwenden, aber unterschiedliche Regeln meinen. Eine Schieber-Regel darf nicht ohne Prüfung auf Obenabe übertragen werden. Eine Regel mit Trumpffarbe darf nicht als Stöck-Regel für Obenabe oder Undenufe erscheinen.

Quellenangaben machen die Einordnung nachvollziehbar. Sie zeigen, auf welcher Schweizer Grundlage eine Formulierung beruht und welche regionale Variante danebensteht. Die Referenz versucht nicht, alle Tische auf eine einzige Schablone zu bringen. Sie macht Unterschiede sichtbar, damit ein Entscheid am Tisch auf einer benannten Regel beruht.

Wie kann man eine Jassregel korrigieren lassen?

Eine Korrektur sollte die betroffene Seite, die genaue Aussage und den Grund für den Einwand nennen. Die Kontaktseite ist der passende Weg für solche Hinweise. Eine prüfbare Meldung hilft mehr als eine allgemeine Ablehnung, weil sie die betroffene Regel gezielt mit Quelle und Referenzfall vergleichen lässt.

Eine gute Meldung nennt den Spieltyp und die strittige Situation. Bei einer Wertung gehören die betroffenen Karten, der Stich, die Reihenfolge der Ansage sowie Weis oder Stöck dazu. Bei Stöck muss zudem feststehen, dass König und Ober der Trumpffarbe in einer Hand liegen.

Der Zeitpunkt der Ansage kann der Kern des Einwands sein. Stöck wird beim Ausspielen der zweiten der beiden Karten angesagt, nicht beim Ausspielen der ersten. Wurde diese Karte bereits vom nächsten Spieler gedeckt, bevor die Ansage erfolgt, sind die 20 Punkte verloren. Partner dürfen einander nicht erinnern.

Bei einer regionalen Variante hilft die genaue Bezeichnung der Spielart. Obenabe und Undenufe sind für die Stöck-Regel keine nebensächlichen Beispiele, weil Stöck dort nicht existiert. Eine Schweizer Quelle oder ein Hinweis auf die Praxis in der Deutschschweiz, in Vorarlberg oder in Liechtenstein kann zeigen, ob eine Seite eine weitere Variante nennen muss.

Auch eine Wertungsfrage sollte die einzelnen Bestandteile auseinanderhalten. Eine Runde enthält 152 Kartenpunkte und 5 zusätzliche Punkte für den letzten Stich. Wer alle 9 Stiche macht, erhält zusätzlich 100 Punkte, sodass 257 Punkte zusammenkommen. Eine Meldung sollte angeben, welcher Teil der Rechnung beanstandet wird.

Das gilt ebenso beim Überschreiten eines Ziels. Die Prüfung muss berücksichtigen, dass Weis zuerst, Stöck danach und Stiche zuletzt zählen. Ein Team, das in einem früheren Block über das Ziel kommt, gewinnt. Eine Korrekturmeldung sollte deshalb den betroffenen Block und die angewendete Reihenfolge beschreiben.

Eingehende Hinweise werden mit der bestehenden Quellenlage und den 281 Referenzfällen verglichen. Falls eine Regel geändert wird, müssen auch die gemeinsame Wertetabelle, die betroffenen Texte und allfällige Abbildungen geprüft werden. Website und App sollen weiterhin dieselben Werte verwenden.

Eine Rückmeldung kann eine Korrektur, eine Ergänzung oder eine genauere Kennzeichnung einer Variante auslösen. Diese Fälle sind nicht dasselbe. Eine Korrektur ersetzt eine unzutreffende Aussage, eine Ergänzung fügt eine fehlende Bedingung hinzu, und eine Variantenangabe grenzt eine Regel auf die passende Spielart oder Region ein.

Der Korrekturweg bleibt dadurch nachvollziehbar. Die Referenz legt ihre Grundlage offen, prüft Hinweise gegen Quellen und Referenzfälle und verbessert unklare Stellen, wenn die Angaben eine Prüfung erlauben. So bleibt das Nachschlagewerk für Lernende und erfahrene Jasserinnen und Jasser brauchbar, ohne regionale Jasspraxis zu vereinheitlichen.

Fragen

Warum werden Schweizer Quellen für Jassregeln verwendet?

Schweizer Quellen zeigen, auf welcher fachlichen Grundlage eine Regelseite beruht. Sie helfen ausserdem, regionale Varianten aus der Deutschschweiz, aus Vorarlberg und aus Liechtenstein sichtbar zu machen.

Was prüfen die 281 Referenzfälle genau?

Die 281 Fälle beschreiben konkrete Spielsituationen mit einem erwarteten Ergebnis. Sie prüfen unter anderem Wertung, Reihenfolge, Weis, Stöck und das Überschreiten eines Ziels.

Wie setzt sich die Wertung von 257 Punkten zusammen?

Eine Runde enthält 152 Kartenpunkte und 5 Punkte für den letzten Stich. Wer alle 9 Stiche macht, erhält zusätzlich 100 Punkte, sodass 257 Punkte zusammenkommen.

Wann gehen die Punkte für Stöck verloren?

Die 20 Punkte gehen verloren, wenn der nächste Spieler die zweite Karte bereits gedeckt hat, bevor Stöck angesagt wird. Die Ansage muss beim Ausspielen der zweiten Karte erfolgen.

Dürfen Partner an die Stöck-Ansage erinnern?

Nein, Partner dürfen einander nicht an die Ansage erinnern. Die Person mit König und Ober der Trumpffarbe muss Stöck selbst beim Ausspielen der zweiten Karte ansagen.

Welche Zielwerte stehen für Partien zur Verfügung?

Als Zielwerte kommen 1000, 1500, 2500 und 3000 zum Einsatz. Die App bietet 1000 und 2500 an.

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